Westpark: Grünes Licht, alles klar
Rewe darf rein, und Erdl auch. Biold: Engel
Ich muss etwas nachtragen zum ausgebaggerten Brunnen, weil gestern wirklich noch Infos der Stadt zum historischen Fund gekommen sind, dazu aber später. Zunächst zum Westpark im Bauausschuss, der wie erwartet gelaufen ist. Später, auf dem Rückweg, hab ich vor dem Seethaler übrigens Ludwig Stoffel selber getroffen, der aber nicht selber dabei war. „Servus“, hab ich gesagt, „grad war ich im Bauausschuss.“ Und er hat gelächelt und „Ja“ gesagt, „deswegen trink ich jetzt ein Bier“, und ich bin heim zu mir und er rein zum Bier.
Der Rewe-Markt wird also kommen, und Intersport Erdl darf auch in den Westpark. Ob Martin Erdl deswegen auch ein Erleichterungsbier getrunken hat, weiß ich aber nicht, weil er auf meine Frage nach einem Statement abgewunken hat. Außer Ludwig Stoffel selber ein bisserl spricht nämlich keiner von Westpark-Seite auch nur ein Wort mit mir. Das ist auch okay. Es ist ein freies Land, jeder darf selber entscheiden, mit wem er spricht oder nicht. Außerdem sag ich ja selber manchmal „Woife, sei etz liawa staad“ zu mir. Aber es war so:
Die Verwaltung hat einen in sich gut begründeten Vortrag gehalten. Alle Einwendungen gegen den Supermarkt sind da entkräftet worden: Straßen werden nicht überlastet, Lärmgrenzwerte werden eingehalten, Schallschutz wird gebaut, außerdem ist der Westpark ja „ein bereits etablierter Einzelhandelsstandort“, und noch ein Supermarkt hier ist „eine qualitative Ergänzung“ zu den neuen Wohngebieten, die hier kommen.
Wo ich nicht sicher bin
Und die befürchteten Auswirkungen auf andere Lebensmittler? Gibt’s laut GMA-Gutachten nur, wenn Edeka im Gäubodenpark kommt, und der hat seit Jahren schon Baurecht. Als ÖDP-Chefin Katrin Dengler daraufhin das GMA-Gutachten anzweifelt, weil das ja nicht von der Stadt bezahlt wird, sondern vom Westpark, erklärt Rechtsdirektor Hartl, dass ein Gutachten immer vom Investor bezahlt wird, selbst wenn es eine Stadt in Auftrag gibt, weil eine Stadt die Rechnung logischerweise an den Investor weiterreicht.
Nur, als er dann die Objektivität dieses Gutachter-Büros mit dem Argument verteidigt, dass es sich um ein seit Jahren sehr angesehenes Büro handelt, dem man „nicht Parteilichkeit unterstellen“ sollte, kann ich nicht gänzlich folgen. Das liegt aber daran, dass ich - mit Verweis auf den durchaus seltsamen Auftritt des GMA-Gutachters im Juni-Ausschuss– diese Hartl-Aussage eher nicht unterschreiben würde. Erhard Grundl, Grüne, hat außerdem noch kurz drauf verwiesen, dass es ja auch ein „super Gutachten“ war, dass vor gut zehn Jahren einem Baumarkt im Westpark glänzende Aussichten bescheinigt hat.
Aber das ist im Grunde jetzt wurscht. Es hat eine Entscheidung gegeben, der Ausschuss hat hat erst den ÖDP-Antrag auf ein Raumordnungsverfahren mit 2:11 Stimmen abgelehnt und dann Grünes Licht für die Pläne im Westpark gegeben, CSU, SPD, FW und AfD) waren dafür, Grüne und ÖDP, auch in Vertretung der Linken, waren dagegen. Und der als Privatmann seit langem gegen den Westpark ankämpfende Hans Bender aus dem nahen Alburg überlegt, jetzt den Rechtsweg zu beschreiten.
…und dann noch die Grabung
Der allerdings kostet Geld. Vielleicht hofft er das bei der Edeka Südbayern, bei Kaufland, Netto und einigen Straubinger Gewerbetreibenden zu finden. Die alle haben nämlich auch Einwendungen gegen die Westpark-Pläne erhoben, obwohl laut Verwaltungsvortrag ja der Gäubodenpark der schlimme Umverteiler wäre. Ob Bender den Rechtsweg aber tatsächlich beschreiten kann, wird man sehen. Auf jeden Fall wird das schwierig.
Daheim hab ich dann das E-Mail der Stadt mit weiterführenden Infos zum historischen Brunnenfund gelesen; es ist eingetroffen, als ich schon auf dem Weg in den Bauausschuss war: Wie vermutet, ist es ein mittelalterlicher Zierbrunnen, acht Meter tief, und der führt heute kein Wasser mehr, eine genaue Datierung ist nicht möglich. „Der aktuelle Zustand des Brunnens wurde durch den Grabungstechniker Kilian Treutwein vom Gäubodenmuseum dokumentiert“, schreibt die Stadt, „die oberen rund 1,5 Meter des Brunnens sind aus Ziegeln gemauert, der darunterliegende Bereich besteht aus Bruchsteinen.“
Heut ist er abgedeckt durch einen „Betonkonus, dessen Öffnung wiederum durch eine Stahlplatte verschlossen ist“, und natürlich soll er erhalten bleiben. Erhard Grundl, höre ich später, hat im Ausschuss dazu nachgefragt. Weil aber alle entscheidenden Leute erst am Donnerstag davon erfahren haben, ist völlig offen, in welcher Form, ob sichtbar, ob unsichtbar oder doch dann ganz anders. Wir werden sehen, ob wir ihn jemals sehen. Aber Wasser führt er ja eh nicht mehr.
