Wow! Der Wenisch-Hammer

Stefan und Anton Wenisch (links) Georg VII. Schneider und Christoph Wenisch. Foto: Wenisch

Das war nun wirklich geheime Kommandosache: Wenisch nicht mehr mit Erl, sondern mit Karmeliten? Bis zuletzt ist es beiden Seiten gelungen, die größte Volksfestsensation seit 20 Jahren geheim zu halten: Das will etwas heißen in dieser Stadt, und auch die bisherigen Partner beider Seiten, Erlbräu und Festwirt Nothaft, wurden wohl kalt erwischt: „Das Festzelt Wenisch und die Karmelitenbrauerei werden sich gemeinsam für das Straubinger Gäubodenvolksfest 2027 bewerben“, das ist der erste Satz einer Pressemitteilung, abgeschickt von Georg VII. Schneider, dem Chef der Karmelitenbrauerei. Wow!

„Mit der geplanten Partnerschaft“, heiß es weiter, „wollen zwei fest in der Region verwurzelten Unternehmen ihre jeweiligen Stärken zusammenführen.“ Doch warum genau jetzt? Warum trennt sich Karmeliten nach Jahrzehnten einer erfolgreichen Partnerschaft von Anton Nothaft? Von einem Wirt mit wenn nicht dem höchsten, dann sicher zweithöchsten Bierausstoß in seinem Zelt?

Neben der fachlichen Übereinstimmung, heißt es weiter, „ist auch das persönliche Verhältnis ein wichtiger Bestandteil“, und dass zwischen den Wenisch-Brüdern Anton, Stefan und Christoph und Georg VII. Schneider ein „vertrauensvoller und freundschaftlicher Austausch“ besteht. Das klingt, als sei eben die persönliche Beziehung zwischen beiden Seiten der Hauptgrund. Doch kann das alles sein?

Gerüchte: Streit war der Grund

Es gibt Gerüchte, wonach es bereits während des Volksfests Streit wischen den Wenischs und Josef Erl gegeben habe. Falls das so war, könnte der Name ERL-Hütte für die neue und vom Publikum sehr angenommene Hütte der Donaufischerin Katharina Mayer gegenüber vom Zelt eine Rolle gespielt haben. Die Erl-Brauerei scheint jedenfalls von dem Wechsel völlig überrumpelt worden zu sein. Josef Erl war in dieser Situation weder in der Brauerei erreichbar noch am Handy, und auch Anton Nothaft war am Mittag noch nicht erreichbar. Statements waren nicht vorbereitet.

Erl steht damit ohne Wirt da, und Nothaft ohne Brauerei. Beide müssen nun neue Partner suchen. Nothaft ist dabei in der besseren Position. Er wäre für Erl der ideale Partner. Nothaft hat aber auch andere Optionen. Theoretisch könnte er auch mit dem Volksfest-Newcomer Stöttner. Doch Stöttner wird sicher erst einmal ausprobieren, wie gut seine Logistik und Infrastruktur im kleineren Krönner-Zelt passt. Und dann ist da noch Röhrl.

Röhrl ist neben Karmeliten die Straubinger Stadtbrauerei. Bis vor knapp 20 Jahren hatte Röhrl mit dem Festzelt Wenisch und dem damaligen Festzelt Schötz/Sommer gut 6 000 Plätze beliefert. Heute beliefert Röhrl nur noch Weckmann mit gut 3 000 Plätzen. Röhrl wird inzwischen von der Labertaler-Chefin Lilo Sillner geführt, die als gute und auch charmante Geschäftsfrau gilt.

Spekulationen:Nothaft mit Röhrl? Mayer mit Erl?

Erl ist inzwischen ein beliebtes Bier auf dem Volksfest. Mit Erl könnte Nothaft außerdem viele Geiselhöringer und Labertaler zu sich ziehen. Aber auch Lilo Sillner dürfte Interesse haben, verlorenes Terrain und Image für Röhrl zurück zu gewinnen. Mit einem Zelt wie Nothaft wäre das sicherlich möglich. Da darf man durchaus annehmen, dass Röhrl mit einem Angebot für Nothaft reagieren wird. Und es gibt weitere Optionen, falls Nothaft und Röhrl Partner würden.

Erl könnte dann versuchen, sich mit einem anderen Wirt auf ein anderes Zelt zu bewerben. Eine Zeltbewerbung mit Katharina Mayer wäre hochspannend. Möglich wäre auch, dass Stefan Weckmann von Röhrl zu Erl wechselt. Denn falls Nothaft nicht mit Erl geht und jedes andere Zelt bei seinen jetzigen Partnern bleibt, wäre Erl ansonsten draußen. Dann wären nur noch vier Brauereien auf dem wichtigsten Bierfest in Niederbayern. Das kann nicht im Interesse der Stadt und der SAuV sein.

Wollen wir eine ganz alte Floskel bemühen? Das Volksfestkarussell dreht sich, und es dreht sich sehr schnell in diesem Herbst. Bei SAuV-Betriebsleiter Daniel Winklmaier dürfte heute und in den kommenden Tagen Hochbetrieb sein.

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Josef Erl: „Alles ist möglich“

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Westpark: Grünes Licht, alles klar