Alles ist möglich

Da gibt’s künftig Erl. Foto: Engel

Gestern in Straubing: Eine Stadt rätselt. Warum diese große Brauerei-Rochade am Volksfest? Nur leider: Nix Gewisses weiß keiner nicht, denn wenn’s um den Volksfesthintergrund geht, sagt niemand nix. Aber stellen wir ein paar mehr oder weniger schlaue Überlegungen an. Was wir sicher wissen, ist dies: Sowohl Josef Erl als auch Anton Nothaft wurden komplett überrascht. Erst am gestrigen Donnerstag, um 10.00 Uhr Vormittag, nur kurz vor den Medieng, wurden sie von ihren bisherigen Partnern informiert.

Die Pressemitteilung war da schon lange fertig. Schon kurz nach der Info für die bisherigen Partner wurde sie an die Medien verschickt. Allzu viel Zeit zum Verhandeln mit anderen Partnern bleibt auch nicht. Keine drei Wochen noch, dann wird die Zelt-Ausschreibung öffentlich.

Irgendwo muss es geknirscht haben, entweder zwischen Wenisch und Erl oder zwischen Nothaft und Karmeliten. Irgendwer muss den ersten Schritt gemacht haben, raus aus dem Alten, hin zu etwas Neuem, und das können nur entweder die Familie Wenisch oder die Karmelitenbrauerei gewesen sein.

Mehr Umsatz? Wohl kaum ein Grund

Die Familie Wenisch gibt nur Gründe wie das freundschaftliche Verhältnis zum Karmeliten-Chef Schneider, gleiche Qualitätsvorstellungen und die regionale Verbundenheit an. Das Gerücht, dass es am Volksfest Streit zwischen Wenisch und Erl gegeben habe, von Wenisch klar dementiert. „Es gab zu keinen Zeitpunkt Streit mit Erl Josef bezüglich der ERL-Hütte (der Donaufischerin Kathi Mayer, Anm. d. Red.). Gerne können Sie hier bei Josef Erl direkt nachfragen“, antwortet die Familie Wenisch auf diese Frage. Das bestätigt auch Josef Erl.

Eine Erklärung, warum er quasi über Nacht aus dem Rennen war, hat aber auch Erl nicht. „Wir haben immer gut zusammengearbeitet“, sagt Erl zu diesem Blog, „wir haben uns immer gut verstanden. Ich war wirklich überrascht.“

Die Hoffnung auf mehr Bierumsatz dürfte wohl weder für Karmeliten noch für Wenisch ein Wechselgrund sein. In ihren bisherigen Partnerschaften waren beide in etwa gleich erfolgreich. Der Umsatz im Nothaft- und Wenisch-Zelt waren in etwa gleich, ein paar Hektoliter hin oder her. Damit bleiben Spekulationen, dass das Verhältnis zwischen Nothaft und Karmeliten zuletzt nicht mehr ganz so innig war und Karmeliten deshalb auf Wenisch zugegangen sei. Aber auch das ist ungesichert.

Eine Erl-Mass auf Nothaft

Letztlich ist auch egal, wer auf wen zuerst zugegangen ist: Nach gestern scheint alles möglich am Volksfest. Es könnte werden wie beim Domino: Wenn ein Stein fällt, fallen auch andere. Erl ohne Partner? Oha! Was, wenn nun plötzlich Reisinger auch ein neues Bier probieren wollte? Zum Beispiel Erl? Was macht dann Arco? Oder: Wenn Nothaft mit Röhrl geht, geht dann Weckmann zu Erl? „Alles ist möglich“, sagt Josef Erl.

Thomas Reisinger hat gestern Abend auf eine entsprechende Frage seine Verbundenheit mit Arco betont. Weckmann hat seit seinem Interview auf diesem Blog keine Lust mehr auf ein zweites. Aber abgesehen von einem zweiten Weckmann-Interview gilt: Alles ist möglich, vielleicht sogar noch mehr. Und selbst, wenn Erl weder für Reisinger noch für Weckmann nicht infrage kommt, ist die Erl-Position nicht so schlecht.

Erl hat in den vergangenen Jahren sein Image deutlich verbessert. Das Festbier von Erl hat inzwischen einen guten Ruf und eine gar nicht so kleine Anhängerschaft, vor allem im Raum Geiselhöring. Sie dürften dem Bier auch in ein neues Zelt folgen, und der Oktober wird zeigen, in welches. Aber wenn ich wieder wetten wollte: Ich würde eine Mass Erl auf Nothaft wetten.

Gibt’s da bald Erl? Foto: Engel

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Wow! Der Wenisch-Hammer