Stürze ins Baumbeet

Kantenhöhe acht Zentimeter: A bissl niedrig vielleicht ohne Warnsignal.

Manchmal durchdenkt man die Dinge vielleicht nicht so richtig, zum Beispiel beim Bäumepflanzen. Da hat die Stadt sich echt Mühe gegeben und auf dem Theresienplatz neue Bäume gepflanzt, vor der Geiß, vor der Polizei, fünf schöne Bäume, gut gegen den Klimawandel, gut für die Aufenthaltsqualität, das ist schon gut. Und was passiert? Der Sanka muss kommen. Weil in den Baumbeeten Stolperfallen gleich miteingebaut sind. Das ist nicht ganz so gut.

„Warum in aller Welt baut man solche Stolperstellen?“, sagt dazu ein Straubinger. Ein Bekannter von ihm hat schon im Dezember einer älteren Frau aus dem Beet vor der Geiß geholfen, „mich hätts beim Vorbeigehen auch beinah drübergehauen“, erklärt er weiter, und er befindet: „Einfach nur hirnlos. Sowas muss man flächenbündig mit dem Gehsteig machen.“ Denn ein Sturz ins Baumbeet ist nicht die Qualität, die man am Theresienplatz eigentlich will.

Die Stolperfallen sind die Beetkanten. Sie sind nicht flächenbündig. Es gibt dafür Gründe. Wäre das Beet flächenbündig, könnten Hunde ziemlich leicht auf falsche Geschäfte kommen, menschliche Tritte wären leicht möglich und Regen und Schnee würden vom Pflaster in die Pflanzfläche entwässern. Im Winter käme dann auch Streusalz ins Beet. Das wäre nicht gut. Selbst der streusalzverträglichste Stadtbaum braucht keine Überdosis an Streusalz. Insofern ist gut, dass es da solche Kanten gibt. Leider sind diese Kanten nur acht Zentimeter hoch. Leider ist das etwas niedrig.

Hohe Kante: Das würde helfen

Es ist zu niedrig, um auf einem Gehweg sichtbar zu sein. Oder zu nah an der Pflasterfarbe, um sichtbar zu sein. Oder überhaupt zu unsichtbar. Weil aber Dinge, die nicht sichtbar sind, meist übersehen werden, passiert gelegentlich Folgendes: Menschen stolpern erst drüber und landen im Beet. Das ist nicht gut. Vor allem ältere Menschen stolpern da gerne. Oder, um präzise zu sein: Sie stolpern nicht gerne, aber gelegentlich stolpern sie. In den vergangenen Wochen ist das mehrmals passiert, mindestens ein Mal mit Sanka. Was also tun?

Vielleicht, wenn man die Kanten höher macht: Vielleicht wäre das eine Lösung? Oder sonst irgendwie besser sichtbar macht? Es hat ja doch wenig Sinn, darauf zu warten, bis ein älterer Mensch sich den Oberschenkelhals bricht, weil er eine zu niedrige Kante einfach nicht sieht. Außerdem sollen gelegentlich auch jüngere Menschen blöd stürzen, weil sie vielleicht ein Bier zu viel haben - möglicherweise auch zwei - und nicht mehr ganz so gut aufpassen, ob vielleicht vor ihnen grad ein Baumbeet auf dem Bürgersteig steht.

Die Stadt hat das Problem inzwischen anscheinend erkannt, so ist zumindest zu hoffen. Die Stolperfallen sind nämlich jetzt mit rot-weißen Absperrbändern markiert, und wir wollen hoffen, dass der Sinn dieser Bänder darin besteht, Stürze ins Baumbeet zu verhindern. Die Bäume an sich sind aber natürlich nach wie vor eine gute Idee.

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