Perlen Straubings: Jakobsgasse

Das ist neu, das ist schön: Farbenspiel in der Jakobsgasse. Foto: Engel

Es gibt Serien, die sind unglaublich beliebt, manchmal sogar, bevor es sie überhaupt gibt. Diese Serie zum Beispiel erfreut sich schon jetzt sehr großer Beliebtheit, zumindest bei mir. Dabei ist Folge I noch gar nicht geschrieben. Das aber ändert sich nun: Perlen Straubings: Wo die vielliebe Heimatstadt wirklich schön ist – Hier ist Folge I, und hoffen wir gemeinsam, dass diese Serie es zumindest noch zu einer Folge 2 schaffen wird. Und damit hinein in die Jakobsgasse:

Ist das nicht schön? Die historische Kulisse in Straubings Jakobsgasse: zu Recht unter Ensembleschutz, und nur der mit dem Denkmalschutz abgestimmte pseudohistorische Sparkassen-Neubau von 1980 hinten rechts stört. Aber sonst: Kleine Läden und Cafès, ganz neu Fräulein Bagel, alteingesessen das Steini, wunderbar begrünt von der Steininger-Wirtin. Ein einladender Ort, ein Ort zum Plaudern und Lachen, zum Weltfriedenretten oder Revolutionplanen, oder auch einfach nur zum Sitzen und Sein. Mit Recht kann man diese Wirtin eine Investorin nennen, eine Investorin in Straubings Schönheit. Aber was ist das in der Mitte vom Bild? Dieses Terrakottarot? Sind das nicht: Schirme?

Und ja, tatsächlich: Es sind wirklich Schirme! Sie sind der Wirtin neueste Investition, gestern erstmalig aufgestellt. Harmoniert das nicht wunderbar mit Tischdecken- und Sitzkissenblau sowie dem Blumengrün? Ein Farbton, vorigen Schirmsommer noch strengstens verboten, am Stadtplatz sowieso, aber auch in den Gassen. Doch seit diesem Jahr ist dieser Farbton wenigstens in den Gassen erlaubt. Und weil er nun erlaubt ist, zumindest in Gassen, sehen wir hier nun zwei Schirme, in edlem Terrakotta gehalten: „Kräftig genug“, sagt eine Beschreibung, „um hochwertig zu wirken, aber flexibel genug, um sanft, warm und romantisch zu erscheinen“, kurzum: wunderbar ins Historien-Ensemble sich fügend.

Weiter so, Straubing, trau Dich!

Wer hätte das vor einem Jahr noch gedacht! Denn noch im vorigem Sommer herrschte in Straubings Verwaltung - und damit auch im Stadtrat - die feste Überzeugung, nur eines passe zu ensemblegeschützten Fassaden: Beigegrau, sonst nichts. Gut, Mausgrau vielleicht noch. Aber sonst nichts. Hinten im Bild steht noch so ein Grauling, mit Recht ist er zugeklappt. Und jetzt, statt des Graulings, ist da dieses edle Terrakotta, und dahinter ein Prunkstück der Gotik, und drüber der Himmel! Ein buntes Farbenspiel in der Jakobsgasse, die als eine der wenigen Straubinger Gassen keine graue Maus ist: Hier ist Straubing schön.

Aus Gründen des Datenschutzes wurde des Foto gestern Vormittag vor Öffnung des Lokals aufgenommen. Und auch, wenn die Menschen noch fehlen: Es ist ein Bild, das Heimeligkeit ausstrahlt, Freundlichkeit und frohes Lachen, mit einem Wort: Harmonie. All das wird unterstrichen durch einen Farbton, der grad in dieser Gasse, und grad wegen der ensemblegeschützten Fassaden, noch gestern als total unmöglich galt. Und heute unterstreicht genau dieser Farbton die Schönheit einer der wenigen noch intakten Gassen unserer Heimatstadt.

Deshalb an dieser Stelle etwas vielleicht Unerwartetes: Ein Lob für die Straubinger Stadtverwaltung, ein Lob auch dem Ordnungsausschuss! Miteinander haben sie, wenigstens in Seitengassen, den alten Farbverbotszopf abgeschnitten. Damit ist möglich geworden, dass wir alle jetzt selber sehen, dass etwas Farbe nicht zum Untergang geschützter Fassaden führt. Wir alle können hier selber sehen, dass etwas Farbe die Ästhetik auch geschützter Fassaden sogar noch hervorheben kann, und deshalb: Weiter so, Straubing, trau Dich! Wer ganze Supermärkte dem freien Markt zum Entscheid vorwerfen kann, kann das auch bei Sonnenschirmen. Und da wär’s ja nicht einmal falsch.

Weiter
Weiter

Sie ist wieder da!