Neustart I: Stöttner und Krönner

Leni und Andreas Krönner, Andreas Stöttner, Joschi Krönner, Kilian Stöttner.

Da war doch einmal das spürbar, was diesem Land meistens fehlt: Aufbruchstimmung, freundliche Gesichter, Begeisterung fast. Am späten Vormittag war Pressekonferenz im Cafe Krönner mit den Familien Krönner und Stöttner. Es ist der erste von mehreren Neustarts im kommenden Volksfest, und wenn diese Partnerschaft so wird wie dargestellt - und das Festzelt selbst auch -, dann kann dieser erste Neustart eine durchaus erfolgreiche Geschichte werden:

Schon seit drei Wochen, berichten etliche Quellen, herrsche große Begeisterung im Raum Mallersdorf-Pfaffenberg: Stöttner im Festzelt Krönner? „Ein Traum“, meldet jubelnd der Schulfreunde-Funk von den Stammtischen im westlichen Labertal, und Brauerei-Seniorchef Andreas Stöttner bestätigt: Die Gratulationen nahmen kein Ende. Und es gibt noch mehr zu berichten:

Joschi Krönner übergibt komplett an seine Tochter Leni, sie werde „mit Enthusiasmus und Freude und ganz vielen neuen Ideen“, künftig das Festzelt leiten. Das wird neu ausgerichtet. Es wird luftiger werden, keine trennende Wand mehr zwischen Innen- und Außenbalkon, und die Südseite zur Stadt wird ebenfalls aufgemacht. Und noch eine Neuerung: Eine große Brauerei-Box in der Zeltmitte soll zum Blickfang werden.

Entscheidend: „Ein Alleinstellungsmerkmal“

Die Box soll auch ein Symbol sein für ein Miteinander der nun alleinverantwortlichen Festwirtin und der Brauerei. „Den perfekten Partner“ nennt Leni Krönner die Stöttners, und beide Seiten betonen, dass zwei Familienunternehmen sich eben besonders gut verstehen, „ein Verhältnis auf Augenhöhe“, nennt es Andreas Stöttner.

Doch anders als die andere neue Volksfestverbindung Wenisch/Karmeliten nennt die Familie Krönner noch einen Grund für die Entscheidung für Stöttner: Mit Stöttner hat Krönner ein Alleinstellungsmerkmal. Das ist nicht ganz unwichtig. Jedes Brauerei-Biermarkerl geht damit automatisch ins Krönner-Zelt. Das wäre bei Röhrl oder Arco nicht der Fall. Dazu kommt eben die Labertal-Euphorie: Es ist zu erwarten, dass Stöttner angesichts der Reaktionen in der Heimatregion merklich Besucher ins Krönner zieht.

Für Stöttner bietet die neue Partnerschaft ebenfalls große Chancen. In der Straubinger Gastronomie ist das Bier bisher kaum vertreten. Ein Volksfest-Bier dürfte aber künftig auch in den Getränke-Abholmärkten stärker als bisher wahrgenommen werden. Wenn dann noch die persönliche Chemie zwischen den Partnern stimmt, klingt das nach einer Win-Win-Situation.

Und was noch wichtig ist

In der Vergangenheit war Stöttner immer wieder als möglicher Bierlieferant für ein Straubinger Zelt gehandelt worden. Besonders nah dran war Stöttner vor zehn Jahren. Damals hatte Irlbacher das Festzelt Lechner verloren, weil Irlbacher von Arco übernommmen und seither als Teil von Arco galt. Aber seit das zehn Jahre als Teil von Arco geltende Irlbacher nicht mehr in Irlbach braut, sondern bei Arco, gilt es nicht mehr als Arco, sondren als Irlbacher. Die Welt der Statuten und Rechtsgelehrten ist ein seltsamer Ort.

Ein oft vermutetes logistisches Problem wegen des kurz vor Straubing stattfindenden Pfaffenberger Volksfest sieht Andres Stöttner nicht: „Die Leut fragen immer ‚Bringts ihr des her?‘ Aber da fehlt sich gar nix“ Im nächsten Jahr liegen zwei Wochen zwischen dem Pfaffenberger und Straubinger Fest, das ist Zeit genug. „Es werden noch etliche anderen Ideen umgesetzt“, sagt Andreas Krönner, „aber Einzelheiten sind noch zu früh“, man muss der Konkurrenz ja nicht in der Euphorie zu schnell seine Pläne enthüllen. Er selber wird aber auch künftig den Zeltaufbau leiten.

Und was ist noch wichtig? Das Festbier heißt PfaffenGold und hat 6,1 Prozent, das Einbrauen im Mai soll gemeinsam gefeiert werden. Alkoholfrei und das bekannte Stöttner Weißbier gibt’s auch, und an der Bar außerdem das in Straubing durchaus noch unbekannte Schwarze Radler. Für das zuletzt eher schwächelnde Zelt ist Stöttner damit eine große Chance, und es ist logisch, dass damit das neue Bier auch im Cafe Irlbacher ablösen wird. „Das war nicht leicht und hat auch geschmerzt“, sagt Joschi Krönner über den Abschied aus einer langjährigen guten Partnerschaft, „aber das ist halt so.“

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