Mein Idol ist Bärbel Bas

Farbe mit Bärbel. Foto: Engel/ChatGPT

Ich glaube, ich habe ein neues Idol, eine große Verbündete: Es ist Bärbel Bas, unsere tüchtige Arbeitsministerin von der SPD. „Aber Herr Engel, warum?“, werden Sie vielleicht erschreckt fragen, „Sie und Frau Bas? Kommt das nicht sehr überraschend?“ Da haben Sie Recht. Ich bin ja selbst überrascht. Aber manchmal täuscht man sich eben. Es irrt der Mensch, solang’ er strebt, das steht ja schon im Faust. Denn was uns eint, das ist dies:

Am Samstag sind wir wieder im Seethaler gesessen, beziehungsweise davor, und wir haben hinübergeschaut zu den Schachspielern. Vor einem Jahr waren dort die Petanque-Spieler. Heuer sind es die Schachspieler. Es ist Freiluft-Schach, und es geht dabei um Stadtplatzbelebung. Eigentlich war für heuer Beachvolleyball geplant. Beachvolleyball bietet sehr viel Belebung, weil es so lebendig ist. Aber es ist überaus laut, wie wir seit kurzem wissen, möglicherweise ist es zu laut für unseren Stadtplatz. Schach ist jedenfalls ruhiger. Es ist noch ruhiger als sogar Petanque.

Beachvolleyball dagegen ist ja bekanntlich fast so laut wie die Techno-Veranstaltung, die die Stadt tags darauf in der Jakobsgasse zugelassen hat. Da war ab halb Elf Uhr Run & Rave, Techno, Boombox, Boom-boom-boom: Sonntagsruhe neu interpretiert bis in den frühen Nachmttag, und Gottesdienst war ja auch noch. Miteinander war das ein Mordskrach, aber ich schweife ab. Am Samstag jedenfalls war es ruhig. Schach ist halt lärmfrei, und es hat schön ausgesehen vom Seethaler aus.

Und jetzt: Bas gegen das Einheitsgrau!

Menschen spielen Schach, andere schauen zu, und niemand hat an diesem Tag Angst vor einem Sonnenbrand, weil es zeitweise ja eher regnerisch und sogar stürmisch war. Außerdem war auch ein Sonnenschutz da. Ist Ihnen aufgefallen, dass neuerdings bei solchen Aktionen die Schirme meistens Rot sind?

Das ist anders als bei diesem von oben verordneten Einheitsgrau für Gastro-Schirme: Volksfestkrug-Präsentation, Christkindlmarkt, Schach, alles Rot, obwohl grad am Christkindlmarkt die Sonne eher selten vom Himmel knallt. Offenbar wird das von den meisten Menschen aber als schön empfunden. Und ich glaube, dass wir dieses Rot der tüchtigen SPD-Politikerin Bärbel Bas verdanken.

„Wir wehren uns auch gegen dieses so genannte Einheitsgrau“, hat Frau Bas ja kürzlich gesagt. Sie hat damit bestimmt dieses Schirm-Einheitsgrau gemeint, was denn sonst. Über Menschen würde sie nie so herabwürdigend sprechen wie über unschöne Schirme. Ich glaube deshalb: Das war der Türöffner für das neue Rot auf dem Stadtplatzt. Jetzt muss Frau Bas nur noch Straubings Baureferenten Oliver Vetter-Gindele überzeugen, dass Einheitsgrau auch bei den Gastroschirmen fürs Stadtbild nicht schön ist. Das wird schwer, glaube ich, das Baureferat ist da sehr festgefahren. Aber Frau Bas wird das schaffen, denn Frau Bas schafft jeden. Aus diesem Grunde ist sie mein Idol.

Straubings SPD und ich: „Wenn wir schreiten Seit’ an Seit’!“

Wie Frau Bas die Arbeitgeber zum Lachen gebracht hat mit dem Satz, dass das Rentenpaket den Beitragszahler ja nicht belaste: Das verrät großen Humor. Und ihr Satz: „Es wandert niemand in unsere Sozialsysteme ein“, zeigt eine Beobachtungsgabe, die man getrost „einzigartig“ nennen kann. Und jetzt ihre Schützenhilfe gegen das Einheitsgrau in der Straubinger Gastronomie: Einfach großartig. Ich halte das für ihren vielleicht wertvollsten politischen Beitrag bisher überhaupt. Und ich bin sicher, da kommt noch mehr.

Es war nämlich ein bisserl eng vor dem Seethaler. Wir waren zeitweise zu sechst an einem Vierertisch, weil der Seethaler ja keine Tische und Bänke für sechs Leute haben darf. Da haben wir einfach zwei Stühle dazugestellt. Der Bedienung hat das den Durchgang zwischen den Tischen ein bisserl erschwert, aber was will man machen? Wir sind die Kunden, wir sind die Könige und wir sind Egoisten. Es muss passen für uns, auch wenn’s für uns selber auch ziemlich eng wird, und dass einer Bedienung einmal fast das Tablett runtergefallen wäre in dieser Enge, ist ja nicht unser Problem.

Und jetzt kommt wieder Frau Bas ins Spiel. Ich glaube fest, dass Bärbel Bas bald wieder etwas sagt, das mich begeistert und gegen die Enge vorm Seethaler helfen wird. „Ich will dieses Problem gesetzlich angehen, damit Wirte ein rechtlich sicheres Werkzeug haben gegen ständige bürokratische Hemmnisse“, wäre ein guter Satz. „Ich kämpfe hier um jeden Arbeitsplatz, den zu erhalten, den Unternehmen zu helfen, Bürokratie abzubauen“, wäre auch sehr gut. Oder: „Hier müssen Bänke entstehen, das sichert Arbeitsplätze“, das wäre prima. Und das mit dem Einheitsgrau ist ein ganz toller Anfang. Ich bin überzeugt, dass Straubings SPD Seit’ an Seit’ mit Bärbel Bas steht, und ich alter Bärbel-Fan sowieso, zumindest theoretisch. Doch Grau, mein Freund, ist alle Theorie, und Grün des Lebens gold’ner Baum, das steht auch schon im Faust.

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