Niedermeier kandidiert
Die Wahl des Dritten Bürgermeisters kann eng werden. Feride Niedermeier kandidiert für das Amt des Dritten Bürgermeisters. Das hat die Fraktionschefin der Rathaus-Grünen auf Facebook bekannt gegeben. Sie kann dabei offenbar mit vielen Stimmen aus anderen Parteien rechnen. Der favorisierte Peter Stranninger, SPD, und die ihn unterstützende CSU sind damit auf die Geschlossenheit ihrer Fraktionen angewiesen.
„Wenn alle Bürgermeisterposten männlich besetzt sind, ist das kein gutes Signal“, schreibt Niedermeier auf Facebook, „weder für die Gleichberechtigung noch für eine moderne Kommunalpolitik.“ Damit wird es zwei Kandidaten für die Position geben. Favorit ist SPD-Kandidat Peter Stranninger, den nach aktuellem Kenntnisstand auch die CSU unterstützt und der damit die absolute Stimmenmehrheit erreichen kann.
Die übrigen Parteien haben sich bereits weitgehend hinter Niedermeiers Kandidatur gestellt. ÖDP-Fraktionschefin Katrin Dengler erklärte: “Es könnnen nicht schon wieder drei Männer die drei Bürgermeisterpositionen besetzen. Feride Niedermeier ist außerdem eine Frau mit Migrationshintergrund, auch das kann ein Zeichen setzen.” Linken-Chef Johannes Spielbauer war nicht zu erreichen, seine Position dürfte allerdings ähnlich wie die Denglers sein.
Enge Wahl: Gibt es Abweichler?
Auch der Fraktionschef der Freien Wähler, Christoph Weinholzner, äußerte Sympathie für Niedermeiers Kandidatur. Er erklärte auf Anfrage von engel-sr.de: „Ich befürworte das. Mir geht’s dabei nicht in erster Linie darum, dass eine Frau kommt. Ich finde es gut, dass der Stadtrat eine Wahl hat.“ Weinholzner verwies aber auch darauf, dass die Freien Wähler-Stadträte immer ohne Fraktionszwang abstimmen könnten. Die AfD wird nach derzeitigem Stand keinen Kandidaten aufstellen. Ihr Fraktionsgeschäftsführer Jakub Jarczok sagte, für wen die Partei stimmen werde, sei derzeit noch offen.
Damit dürfte die Wahl des Dritten Bürgermeisters spannend und knapp werden. CSU und SPD verfügen miteinander über 22 von 40 Stimmen und können sich damit höchstens zwei Abweichler leisten. Das scheint nicht völlig unrealistisch: Nach der Wahl hatte es in der CSU einigen Widerstand gegen eine Fortsetzung der faktischen Koalition mit der SPD gegeben.
Bei der Wahl des Zweiten Bürgermeisters dagegen kann Amtsinhaber Albert Solleder, CSU, wohl mit einer klaren Mehrheit und Stimmen aus allen Fraktionen und auch der AfD rechnen. Der Grünen-Stadtrat Erhard Grundl hatte ebenfalls auf Facebook erklärt, er werde bei den Bürgermeisterwahlen im Stadtrat am 7. Mai Solleder unterstützen.
