Antolin: 45 Entlassungen, später mehr
Straubings Antolin-Werk: 45 Mitarbeiter müssen gehen. Foto: Engel
Seit heute ist klar, wie viele Arbeitsplätze bei Antolin Straubing abgebaut werden: 45 Mitarbeiter müssen gehen. Die damit verbundenen Fertigungen werden nach Tschechien verlagert. Das hat Betriebsratschef Johann Weiß heute Mittag mitgeteilt. Weiß zeigte sich dabei geschockt vom Umfang der Produktionsverlagerung: „Wir haben eh schon wenig Arbeit. Dass da noch was wegkommt, damit hat keiner gerechnet.“
Der Arbeitsplatzabbau umfasst damit zehn Prozent der Beschäftigen. Betroffen sind in erster Linie Leiharbeiter und befristet Beschäftigte. Der Betriebsrat befürchtet außerdem, dass wegen eines auslaufenden Auftrags auch im kommenden Jahr Arbeitsplätze im Straubinger Werk verloren gehen. Im Laufe des aktuellen Jahres sollen außerdem weitere 30 Stellen „sozialverträglich abgebaut“ werden. Gemeint ist damit ein Freiwilligenprogramm.
Die Antolin-Gruppe mit Sitz in Spanien steht bereits seit Jahren massiv unter Spar- und Kostendruck. „Die aktuelle Situation weckt bei vielen Mitarbeitern Erinnerungen an frühere Einschnitte“, heißt es deshalb in einem Statement von Gewerkschaftssekretär Christian Schlag von der IG BCE: „Bereits im Jahr 2016 stimmte die Belegschaft einem drastischen Sanierungstarifvertrag zu, um den Standort zu retten und Kündigungen abzuwenden.“ Der Betriebsrat ergänzt: „Wenn Produktionsschritte nach Osteuropa abwandern, verliert Straubing nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch industrielles Know-how im Bereich der Kunststoffverarbeitung.“
Die IG BCE und der Betriebsrat kündigten bereits an, um jeden einzelnen Arbeitsplatz zu kämpfen: „Das klare Ziel lautet, betriebsbedingte Kündigungen abzuwenden und eine weitere Schwächung des Standorts zu verhindern. Ob dies gelingt oder ob Straubing das Schicksal der geschlossenen Standorte teilt, wird die Zukunft zeigen.“
Derzeit beschäftigt das Straubinger Antolin-Werk noch rund 450 Mitarbeiter.
