Zweifellos schön: Der Termin steht!

Was lange währt, sagt ja der Volksmund, und zwar am 25.11. Foto: Engel

Wird das Rathaus wirklich noch im November fertig? Der November rückt näher, und weil an seinem Ende die so lange unwirklich fern scheinende Wiedereröffnung stehen soll, rätselt die ganze Stadt immer öfter: „Schaffen die das?“ Und oft schwingt ein zweifelnder Unterton mit. Gestern war nun Cornelius Kluge vom Architekturbüro Hild + K mit dem Sachstand im Bauausschuss. „Was soll man groß sagen?“, hat er gesagt, „der 25.11. steht natürlich.“ Der Eröffnungstermin steht: Zweifellos schön!

Dieser Termin wird Riesenereignis: Zehn Jahre Bauzeit, zehn Jahre Exil in der SAuV, zehn Jahre Ungemach - bald alles vorbei! Das will gefeiert werden in einer Stadt, in der jeder weiß, wo er war, als es war. Der Feinschliff der Gästeliste soll bereits erledigt und die Einladungen versandt sein zu allen, die mit dabei sein sollen. „Eröffnungstermin“ heißt aber noch lange nicht, dass das ganze Rathaus schon fertig ist. Der OB zum Beispiel wird erst Mitte Dezember in sein Büro zurück dürfen, der Innenhof, die Gastroflächen und ein paar andere Sachen werden sogar noch bis Februar dauern.

Aber die Heizung funktioniert schon, die Rathaus-Techniker und die Hausmeister ziehen noch vor Ende November ein, und die repräsentativen Räume werden punktgenau zur Eröffnung fertig. Müssen sie ja auch. Man will ja zeigen, dass die zehn Jahre keine vergeudeten Jahre waren. Der Historische Rathaussaal, das Foyer und der Blaue Salon werden nach der Restaurierung vielleicht sogar noch schöner sein als zuvor. Und der neue Sitzungssaal? Wie ist der in der Zeit? Ganz genau weiß man es nicht.

Die Kostenprognose: Stabil

„Sind die Sitzungen dann ab dem 25.11. im Sitzungssaal?“, hat Johannes Spielbauer (Linke) gefragt. „Wir versuchen’s“, hat Bürgermeister Albert Solleder zur Antwort gegeben, und das Gute an dieser Antwort ist, dass man schon in vier Wochen wissen wird, wie der Versuch ausgegangen ist. Vier Wochen sind nicht viel nach all diesen Baustellen-Jahren. Und jetzt noch eine gute Nachricht kurz vor Schluss dieser Jahre: Die Kosten bleiben in etwa in dem zuletzt berechneten Jahren.

Im Sommer 2025 war die Kostenprognose sehr knapp unter 61,6 Millionen Euro. Im Augenblick liegt ganz knapp über 61,6 Millionen, und in der Schlussrechnung könnten es unterm Strich 63 Millionen sein. Den größten Teil trägt die Versicherung, der Freistaat bringt zehn Millionen und vom Bund kommt auch Geld. Die Stadt selbst wird damit etwa 15 bis 16 Millionen Euro für ihr Rathaus bezahlen. Das ist hart für eine fast bankrotte Stadt, und weit mehr als die knapp 50 Millionen der ersten Schätzung vor Jahren. Aber es ist im Rahmen dessen, was zu erwarten ist bei einem Rathaus, von dem man vorher nicht einmal wusste, dass es ohne Fundament in den Lehm gebaut ist.

Damit ist jetzt ziemlich viel klar rund ums Geld und Termine, und die einzige noch offene Frage ist: Kommt auch Markus Söder? Ich kenne nicht seinen Terminkalender und die Gästeliste bindet mir ja auch keiner auf die Nase. Aber ich lehne mich jetzt voll aus dem Fenster und sage: Söder kommt, zweifellos. Schließlich ist er ja damals, noch als Finanzminister, unsere Brandruine gestapft und hat danach die zehn Millionen zugesagt. Da will man doch als Ministerpräsident sehen, was draus geworden ist, und gute Presse ist solch ein Termin sowieso, und gute Presse ist immer gut.

…und noch eine schöne Idee

Und dann hat der Bauausschuss noch einer Vorentwurfsplanung zugestimmt: Der Planung für einen Minipark zwischen Burgtheater und Weytterturm. Da könnte für relativ kleines Geld etwas auch etwas Schönes entstehen: 200 000 Euro soll die Umwandlung von Teer und Beton in Grün an der Stelle kosten.

Bis zu 80 Prozent davon, hofft die Stadt, sollen aus einem Fördertopf zu Klimaprojekten kommen. „Klima wandel(t) Innenstadt“ heißt der Topf, und wenn das klappt, wäre der Eigenanteil der Stadt bei etwa 40 000 Euro.

Der kleine Park soll eine hohe Aufenthaltsqualität als Grüne Oase und Stadtgarten haben, und noch ein bisserl mehr. Eine kleine Bühne soll’s auch geben, mit Bestuhlung für bis zu 100 Besuchern. Klingt nach schönen kleinen Sommerabenden mit kleinen Open Air-Geschichten in der Innenstadt. Ein Ministerpräsident wird da zur Eröffnung wahrscheinlich nicht kommen. Aber davon abgesehen, klingt diese Gartenidee doch zweifellos auch sehr schön.

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