Seltsame Phänomene, einfach erklärt

Foto: Engel

Wenden wir uns einmal mehr unserer neuen und bei mir sehr beliebten Rubrik „Warum ist das so? Seltsame Phänomene, einfach erklärt“ zu, denn bereits kurz nach 07.00 Uhr hat ein Leser mich heute früh auf diesen Sachverhalt aufmerksam gemacht: Was sehen wir hier?

Ist der Stadt Straubing eine Weiterentwicklung von versenkbaren Pollern zum Kipp-Poller gelungen, und wenn ja, was wäre der Sinn? Hat kalter Winterfrost den Poller aus seiner Bodenhaftung gesprengt? Oder: Handelt hier es sich um den Versuch, mit Hilfe einer Pollerkanone auf Spatzen im Stadtturm zu schießen?

Nichts von alledem. Es geht um das, was wir auf diesem Bilde nicht sehen. Denn bei der Volksbank in des Betrachters Rücken befindet sich eine Baustelle, und diese Baustelle benötigt Platz für einen Container und einen LKW. Der Fahrer dieses LKW ist heute früh beim Rangieren gegen den Poller gefahren, und zwar zu einer Uhrzeit, zu der der Lieferverkehr unterwegs und alle versenkbaren Poller unten sind. Nur dieser nicht.

Er war deshalb nicht unten, weil er der einzige Poller am Ludwigsplatz ist, der nicht versenkbar ist. Das muss er auch nicht. Denn er steht nicht in der Fahrbahn. Er steht nah an der Hofpfisterei im Fußgängerbereich. Genau diesen einen Poller hat der LKW nun getroffen. Und zwar genau so, dass man, wäre er eine Kanone, zielgenau auf die Spatzen auf dem Stadtturm schießen könnte, wären dort welche. Sind aber nicht, glaube ich.

Der Chef des Fahrers soll, wie gut unterrichtete Kreise berichten, die Hände überm Kopf zusammengeschlagen und „Dass ma sowos überhaupt zammbringt!“ aufgestöhnt haben. Weil der Poller – übrigens im Gegensatz zu den pflasterfarbenen und deutlich niedrigeren Baumeinfassungen am Theresienplatz – ja ganz deutlich sichtbar ist.

Aber mei, Fehler macht jeder, auch wenn er nicht will. Wenigstens ist kein Personenschaden verursacht, das Tiefbauamt wird’s wieder richten und die Firma oder die Versicherung wird finanziell alles begleichen. Soll uns im Leben nicht Schlimmeres passieren. Die pflasterfarbenen Beetkanten sind da doch schwieriger.

Das Leserfoto: Noch umfängt den fast völlig gefällten Poller das schmeichelnde Licht des dämmernden Morgens.

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