Info-Tag von Stoffel und Modulus

Foto: Engel, Maas & Partner Architekten

Gestern Nachmittag, ab 16 Uhr, in den Räumen der SAuV: Die Stoffel-Holding als Westpark-Eigner und der Hamburger Gäubodenpark-Eigner Modulus GmbH präsentieren sich. Anwesend: Die Chefs der Stadtratsfraktionen, die Mitglieder des Bauausschuss, die Spitzen der Stadtverwaltung, ein Vertreter von Rewe und: Sporthändler Martin Erdl, wohl bald Westpark-Mieter. Westpark und Gäubodenpark, das könnte für beide gut gehen, war danach der vorherrschende Eindruck. Aber: Ein paar Fragen sind weiter offen.

Stoffels Pläne waren für etliche Stadträte nicht ganz neu. In den vergangenen Wochen waren sie gezielt vorinformiert worden. Auch dem Tagblatt hatte Stoffel sein Konzept schon vor der Info-Veranstaltung präsentiert. Damit hat er sich für heute eine ganze Seite gesichert, die gestrige Info-Veranstaltung mit dem wesentlich wichtigeren Gäubodenpark war nur Nebenthema: ein smarter Schachzug im Kampf um Wertigkeit und öffentliche Sympathie. Doch Stoffel hat auch darüber hinaus durchaus gepunktet.

Stoffel ist offenbar zu einigen Konzessionen bereit. Eine Zwischendecke im früheren BayWa-Gebäude mit Praxen und Büros im Obergeschoss ist kein Thema mehr, oder, wie Stoffels Leute sagen: Es war nie Thema. In jedem Fall ist damit das Risiko minimiert, dass der Westpark Praxen und Büros aus der Innenstadt oder dem Gäubodenpark abziehen könnte. Auch der Konkurrenzkampf um Fachmärkte als weitere wichtige Ankermieter neben einem Supermarkt scheint etwas entspannter.

Innenstadt verliert Erdl an Westpark

Der Westpark hat einen Fachmarkt im Blick, der nur am Standort Westpark Interesse hat: Sport Erdl will in den Westpark. Stoffel und Erdl pflegen seit geraumer Zeit ein enges Verhältnis, und ein Intersport-Markt im Westpark kann mit knapp 1 500 Quadratmetern fast die doppelte Verkaufsfläche wie am Pfarrplatz bieten, und außerdem Parkplätze. Das trifft die Straubinger Innenstadt wesentlich mehr als den Gäubodenpark: Sie verliert damit eine wichtige Branche.

Ein kluger Schachzug von Stoffel war auch, dass ein Vertreter von Rewe anwesend war. Er soll betont haben, dass Rewe zweigleisig plane und den Standort im Theresiencenter nicht aufgeben werde. Damit wird eine Befürchtung der Straubinger Politik zerstreut. Wie glaubwürdig solch eine Aussage ist, ist allerdings offen. Vor Jahren hatte auch Kaufland betont, es werde zweigleisig planen, kurz darauf war trotzdem ein Gleis nicht mehr da.

An weiteren Fachmärkten über Erdl und Rewe hinaus soll der Westpark aber kein Interesse haben. Eine weitere gut 1 000 Quadratmeter große Fläche soll nicht für Einzelhandel genutzt werden, sondern für einen Indoor-Park speziell für eine junge und sportliche Zielgruppe. Damit würde das Interesse des Gäubodenparks an Fachmärkten aus dem Einzelhandelsbereich nicht berührt werden.

Die Lage des Gäubodenparks

Für den Gäubodenpark-Eigner Modulus dürte das grundsätzlich eine gute Nachricht sein. Modulus gilt als erster seriöser Eigner im Park seit 20 Jahren. Die Modulus-Präsentation mit einem Edeka-Flaggschiff-Store, Umbauten auf Höhe der Zeit und auch Wohnen hat offenbar überzeugt und wurde als ernsthaft und glaubwürdig gewertet. Trotzdem dürfte da weiterhin ein Problem sein. Denn Edeka als voraussichtlicher großer Ankermieter im Gäubodenpark dürfte die von Stoffel für seinen Lebensmittler Rewe avisierte Fläche von rund 3 000 Quadratmetern äußerst kritisch sehen.

Edeka plant selbst in einer Größenordnung von 4 000 plus Quadratmetern im Gäubodenpark. Der Unterschied zwischen beiden Planungen ist aber: Die Größenordnung im Gäubodenpark ist baurechtlich seit Jahrzehnten festgeschrieben, die Größenordnung im Westpark ist das nicht. Sie müsste erst von der Stadt genehmigt werden.

Interessant wird deshalb Montag, der 8. Juni, sein: Dann soll ein Gutachten kommen, das die Stadt zum Westpark in Auftrag gegeben hat. Bezahlt wird es – das ist üblich – vom Westpark-Eigentümer, also von Stoffel. Durchaus mit Spannung wird dabei erwartet, was das Gutachten zur Notwendigkeit und zur Größe eines weiteren Supermarkts im Straubinger Westen sagt. Denn zu dieser Thematik hat es bereits Gutachten gegeben, die einen weiteren Supermarkt im Westen für nicht zielführend hielten und vor Verteilungskämpfen warnten. Kann das inzwischen anders sein, obwohl im Umland zusätzlich neue Supermärkte entstehen? Wie wird da die Antwort des Gutachtens sein?

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