Eisstadion: Ganz großer Sport

Ganz links: Neue Kabine, viele Plätze, Trainer freut sich, Spieler auch.

Am Montagabend war einmal mehr im Stadtrat das Eisstadion dran. „Schon wieder?“, werden Sie sagen, yep, schon wieder. Und es war wieder so interessant. Es ist immer so interessant zu erleben, wie immer die ÖDP und die Linke sich gegen das Eisstadion stemmen, und wie sie immer dabei den Punkt verfehlen, was aber vermutlich immer so ist, wenn Ideologie auf Wirklichkeit trifft. Dann ist immer ganz großer Sport, und der war diesmal so:

Es ist ein Antrag eingetroffen bei der Stadt. Er kommt von den Tigers. Das finden ÖDP und Linke immer schon schlecht. In der Olympiapause will die von den Tigers getragene Investitionsgesellschaft Eis aus zwei Kabinen unter der Südtribüne eine einzige machen, und zwar für die Heimmannschaft. Das will sie, weil eine der Kabinen inzwischen leer ist. Die Gastmannschaften haben nämlich inzwischen eine neue, größere Kabine. Aber: Man muss dazu eine tragende Wand zwischen den beiden Kabinen nehmen und mit neuen Stahlträgern in die Stadionstatik eingreifen. Das kostet Geld, und an diesem Punkt reagieren ÖDP und Linke immer wie damals die Sowjets in der UNO: Njet.

Denn die Tigers wollen, dass die Stadt sich beteiligt. Aber: Städtisches Geld? Für eine Kabine? Der Tigers? Für ÖDP und Linke ist das schlimmer als ein Handelsabkommen mit Südamerika, und weil das so ist, war gestern Abend im Stadtrat wieder einmal ganz großer Sport. Der städtische Haushalt, haben Karl Dengler, ÖDP, und Johannes Spielbauer, Linke, geklagt, ist ja eh schon am Ende, und jetzt noch Geld für den Profisport? Nein, nein, das geht gar nicht. Und, wenn die zwei Kabinen eh nebeneinander liegen, sollen die Tigers doch zwei Kabinen als eine nutzen, wegen dem Haushalt.

Was ÖDP und Linke prima finden

Um wie viel Geld es ganz genau geht, ist noch nicht bekannt; die finanziellen Details sind nichtöffentlich diskutiert worden. Aber demnächst wird das bekannt gegeben, und bis dahin behaupte ich frech: Es dürfte insgesamt, für Tigers und Stadt miteinander, um etwa so viel Geld gehen wie beim Zuschuss der Stadt an die Realschule Aiterhofen. Das ist ein Zuschuss von bis zu 760 000 Euro, und den stemmt die finanzschwache Stadt ganz alleine, und ÖDP und Linke finden das prima, obwohl die Stadt für diese Schule gar nicht zuständig ist. Der Zuschuss an die Tigers ist aller Voraussicht nach nur etwa halb so hoch. Und jetzt kommen ein paar interessante Details:

So ist das bisher, und mit Wand dazwischen bleibt das auch so.

Der Stadtrat Martin Wackerbauer, CSU, hat nämlich darauf hingewiesen, dass diese beiden Kabinen um die Jahrtausendwende gebaut worden sind, und zwar unter ganz anderen Voraussetzungen, nämlich für Drittliga-Niveau. Er muss es wissen, weil er damals der Architekt war. Und auf noch etwas hat er hingewiesen: dass diese Kabinen nach bald 30 Jahren sanierungsbedürftig sind, und das wird auch viel Geld kosten.

Eine Sanierung ohne Tigers-Umbau dürfte etwa 300 000 bis 400 000 Euro kosten. Die müsste die Stadt alleine tragen und bekäme dafür eine für Erstliga-Eishockey ungeeignete Kabine. Wenn sie aber zusammen mit den Tigers umbaut, zahlt sie in etwa das gleiche Geld, und dann hat das Stadion eine moderne Kabine, die nicht nur für einen personell kleineren Drittliga-Kader passt, sondern auch für einen personalstärkeren Erstliga-Kader. Und dazu kommt, dass in einer solchen Kabine ein Trainer mit der ganzen Mannschaft kommunizieren kann, sogar mit Blickkontakt, weil keine Stützmauer oder Stützpfeiler dazwischen wären.

Auf ganz dünnem Eis

Aber der ÖDP und der Linken leuchtet das gar nicht ein. Drum werden Argumente herausgeholt, die staunenswert sind. Als Feride Niedermeier, Grüne, kurz darauf hinweist, dass dieses Stadion und die Tigers auch für den Landkreis ein Anziehungspunkt sind, sagt Johannes Spielbauer: „Mich haben Leute aus dem Landkreis angesprochen, dass sie zum Schlittschuhfahren in andere Städte fahren müssen, weil es in Straubing so wenig Eiszeit gibt.“ Da war Spielbauer plötzlich auf ganz dünnem Eis.

Es hat auch nicht lang gedauert, bis Erhard Grundl, Grüne, dazu etwas gesagt hat,. Es war klar, was: „Ich finde interessant“, sagt Grundl, „dass er dieses Detail nennt, dass man woanders hinfahren muss.“ Denn woanders, das sind Städte mit einer zweiten Eisfläche. Zweite Eisfläche? Haben Sie schon einmal gehört, was ÖDP und Linke von einer zweiten Eisfläche in Straubing halten? Teufelszeug, nichts anderes, Klimakatastrophe, Weltuntergang, kompletter Haushaltsruin. Aber wenn man’s gegen das eigene Stadion instrumentalisieren kann, finden sie zweite Eisflächen toll.

Wenn man sich etwas hindrehen kann, wie man’s braucht, tut man das halt, und dann sagt auch noch Hans-Jürgen Hahn, ÖDP, etwas sehr Abgedrehtes zum Thema. Kurz zuvor hat nämlich der OB die emotionale und wirtschaftliche Bedeutung der Tigers für die Stadt betont, „lassen Sie uns diese Stärke, die wir hier haben, auch in die Zukunft tragen“, sagt Markus Pannermayr, „das ist ein Wert an sich.“ Und Hahn sagt dazu: „Wenn Profisport so einen Wert hat: Warum kommen wir dann von den Schulden nicht runter?“

Was der Bischof locker leisten könnte

Das war so rührend naiv argumentiert, dass fast der ganze Sitzungssaal „Oooh“ gemacht hat; dieses mitleidige „Oooh“, man hört es manchmal im Fernsehen vom Live-Publikum, und für den OB war es ein Leichtes, dieses Argument umzudrehen: „Ich glaube nicht, dass dieser Standort wirtschaftlich stärker ist, wenn kein Profisport da ist.“

Die Stadt muss dieses Geld zwar in jedem Fall für eine Kabinensanierung ausgeben. Jeder vernünftig denkende Mensch sagt sich dann: „Wenn ich das eh ausgeben muss, will ich das Beste dafür.“ Aber am Ende haben ÖDP, Linke und drei SPD-Räte – Bucher, Gruber, Stranninger – gegen eine Beteiligung der Stadt gestimmt. Ich glaube deshalb: ÖDP, Linke und auch Teile der auch in dieser Frage gespaltenen SPD fühlen sich besser bei dem Gedanken, wenn die Stadt für städtisches Geld nur das Zweitbeste bekommt, weil Profi-Eishockey für sie Teufelszeug ist: Ideologische Grundprinzipien statt Betrachtung der Wirklichkeit.

Was ich an der Stelle noch sagen möchte: Die Realschule Aiterhofen ist eine katholische Schule, und der Bischof von Regensburg hat grad die Markenrechte der Bischofshof-Brauerei verkauft; jetzt hat er in bester Lage ein Grundstück zum Wohnungsbau. Der könnte sich 760 000 Euro für Aiterhofen sehr viel eher leisten als Straubing, und 300 000 oder 400 000 Euro wären dann kein sowieso Problem für ein Straubinger Stadion, in dem auch ein Aiterhofener Club spielt. Aber das interessiert Linke und ÖDP eher nicht so sehr.

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