Ab in die Höhe!
Bus-Umsteige, nicht von meinem ChatGPT. Sondern von einem Freund.
Gestern war ich schon wieder unterwegs mit diesem Freund, vielleicht erinnern Sie sich: Der mit der Idee von einer Fußgängerzone ohne Fußgänger. Und wieder hat er eine Idee für die Innenstadt produziert. „Da, wo sie jetzt abgerissen haben“, hat er gesagt, „neben dem Wimmer-Parkplatz, wo der Raven war: Das ist doch perfekt für die Busumsteigestelle.“ Der Mann redet irre, hab ich gedacht, weiß der nicht, was das kostet?
Vor gut einem Jahr hab ich nämlich eine Geschichte geschrieben, einfach heraus aus meinem kindlichen Unverstand, es war am 19. September 2025. „Hat zufällig jemand 1,5 Millionen?“ war der Titel, und es ging darum, für 1,5 Millionen Euro den Steiner-Thor-Platz zu kaufen, um ihn nicht zu bebauen, auf dass man die schöne neobarocke Fassade des hinter dem Platz liegenden Hauses in der Rosengasse betrachten könne. Oh, das hat mir Schelte eingetragen von einem Immobilienmann! Ob ich denn nicht wisse, dass ein Platz dieser Größe mehr als das Zehnfache koste?
Dabei hat mir diese 1,5 Millionen ein Freund – ein anderer, ich besitze gleich mehrere - in einem Kaffeehaus-Gespräch eingebrockt, und es war ja auch gar nicht so ernst gemeint. Doch nach dieser Schelte habe ich beschlossen, Ideen von Freunden von mir gar nicht mehr ernst zu nehmen, und seien sie noch so gut. Die Idee einer Busumsteige zwischen Wimmer-Parkplatz und Viktualienmarkt ist ziemlich gut. Abgesehen davon natürlich, dass sie nicht durchführbar ist.
Busumsteige: Perfekt!
„Das ist doch alles Privatbesitz“, hab ich gesagt, „du kannst Privatleute nicht zwingen, Plätze für teuer Geld zu erwerben und dann eine Umsteige zu bauen, mit der kein Geld verdient ist!“, hab ich gesagt, „das hier ist Straubing! Es ist nicht Berlin!“ Ich war ein sehr guter Verteidiger des Kapitalismus, denn ich sehe es wie Mae West: „Wissen Sie“, hat Mae West einmal gesagt, „ich hab’s im Leben mit Geld probiert und auch ohne. Und glauben Sie mir: Mit Geld ist besser.“
Mae West war eine US-Schauspielerin, und sie wusste: Mit Sozialismus alleine lässt sich kein Busbahnhof finanzieren und auch kein Kita-Platz. Aber mein Freund sagt, er hat die Lösung: „Wir müssen nachhaltig sein“, hat er gesagt, „wir müssen Ressourcen schonen. Wir müssen den Boden der Stadt optimal nutzen. Wir müssen in die Höhe bauen. Und dann begrünen.“ Und er ist heim, und dann ist dieses Bild bei mir angekommen, erstellt von dem anderen Freund, den er hat, Chat GPT. Es zeigt: Eine perfekte Busumsteigestelle, begrünt. Auf dem Wimmer-Parkplatz. Auf dieser Busumsteigestelle sind drei Stockwerke drauf. „Mit diesen Stockwerken“, sagt er, „kann ein Immobilien-Erbauer dann Geld verdienen.“
Es gibt diese Tage, an denen sich alles zusammenfügt. Ich war nämlich gestern auch noch im Stadtrat. Dort hat Dr. Bernd Widmann vom Nachhaltigkeitsbeirat vorgestellt, wie der Beirat sich den ÖPNV vorstellt. Und dabei hat er auch gesagt, dass es später einmal auch einen Vorschlag für eine Busumsteigestelle geben wird! Ich war begeistert. Ich weiß nicht, wann „später“ ist. Aber ich weiß: Ein Vorschlag dazu wäre schon da!
...und gleich noch eine Idee!
Vielleicht kann der Nachhaltigkeitsbeirat ihn aufgreifen. Das wäre schön. Und noch einen Gedanken hat Dr. Widmann mitgebracht. Er ist in etwa genau so alt wie der Gedanke an eine Busumsteige, also etwa 30, 40 oder vielleicht auch schon 50 Jahre alt. Aber es ist ein guter Gedanke. „Vielleicht“, hat Dr. Widmann gesagt, „ist ja doch einmal eine Verlängerung der Fußgänger-Unterführung unter dem Bahnhof Richtung Gäubodenpark möglich.“
In der Tat, das wäre wunderbar. Leider haben sie in dieser Stadtratssitzung aber auch wieder gesagt, dass die Stadt leider fast gar kein Geld mehr hat, und dass wir nur hoffen können, mit Müh und Not noch einmal einen Haushalt zusammenzustopseln. Die Lage ist schlecht. Aber andererseits ist doch jetzt grad im Gäubodenpark ein neuer Investor am Start. Bitte, ich bin komplett fachfremd, und vielleicht verbringe ich mehr Zeit in den Wirtshäusern dieser Stadt als ich sollte. Aber sollte die Stadt nicht vielleicht ausloten, ob da ein PPP-Projekt möglich wäre?
PPP heißt Public Private Partnership, und das ist oft ziemlich gut. Man kann damit Eisstadien ertüchtigen, weil beide Seiten etwas davon haben. Das wär doch bei einer Bahn-Unterführung auch gut. Es geht um vielleicht 40 Meter, aber die kosten Millionen. Letztlich kann ich das aber natürlich gar nicht beurteilen. Es ist halt nur, weil der Dr. Bernd Widmann vom Nachhaltigkeitsbeirat auch für eine zentrale Busumsteige ist und für eine Unterführung, aber nicht weiß, wie genau. Dann fang ich halt an mit meinen Ideen, es sind eh mehr die von meinem Freund. Man kann ja auch vier Stockwerke draufsetzen, sagt er, er ist sehr kreativ.
